Hier haben wir Ihnen wissenschaftliche, wirtschaftliche, sozial- und bildungspolitische Hintergrundinformationen zusammengestellt, um die Frage nach den Motivationsgründen des Vereins tiefgehend zu beantworten.

 

Lesenkönnen  ist eine Basisqualifikation. Texte zu verstehen ist eine unabdingbare Grundlage in unserer Arbeitswelt und für Teilhabe am sozialen-gesellschaftlichen Leben. Denn insbesondere über das Lesen werden neben Informationen und Fakten auch Ideen und kulturelle Inhalte vermittelt.

Sprachliche Fähigkeiten spielen in allen Bildungsprozessen eine zentrale Rolle, denn die Sprache ist das wichtigste Medium des Lernens; Zuhören und Sprechen, Lesen und Schreiben sind die Grundausstattung für erfolgreiches Lernen in allen Bereichen und Unterrichtsfächern. Darum ist Lesekompetenz  für jeden Einzelnen eine elementare Schlüsselqualifikation für die Persönlichkeitsentwicklung, für die Schullaufbahn und den Schulabschluss, die spätere Teilhabe an der Arbeitswelt und ein selbstbestimmtes Leben.

Lesekompetenz schließt den sinnvollen Umgang mit elektronischen Medien mit ein.

Das Problem mangelnder Lesekompetenz lässt sich auf zwei fundamentale Irrtümer in der Tradition der deutschen Lese-Erziehung und Lesedidaktik zurückführen:

1.    Die Annahme, das Lesen- und Schreibenlernen der Kinder beginne mit dem Eintritt in die Schule
2.    Die Annahme, das Lesen- und Schreibenlernen sei mit dem Schriftsprach-Erwerb in der Grundschule abgeschlossen

Die Voraussetzungen für Lesekompetenz werden schon ab frühestem Kleinkindalter geschaffen. Später muss Lesekompetenz fächerübergreifend und fachspezifisch in allen Unterrichtsfächern durch die gesamte Schulzeit hindurch gefördert werden, also auch in den weiterführenden Schulen.

„Lesekompetenz“ ist die Basis für Erfolg in Schule, Beruf und lebenslanges Weiterlernen.

Lesen ist keine angeborene Fähigkeit, jeder Mensch muss es für sich neu lernen.

Wenn Kinder zu lesen beginnen, dann lernen sie das Buchstabe für Buchstabe, erkenn Silben und Worte. Später funktioniert das Lesen über das Wiedererkennen einzelner Worte, das Hirn braucht dafür weniger Ressourcen, speichert das Aufgenommene. Je mehr jemand gelesen hat, um so weniger Ressourcen nimmt der Lesevorgang in Anspruch und umso komplexer können die Texte sein.

Schrift ist keine rein „technische“ Umsetzung von gesprochener Sprache, sondern ist gewissermaßen eine zweite Sprache!  Lesen ist weit mehr als eine Technik (oder "Kulturtechnik"), Voraussetzung ist ein reichhaltiger Wortschatz, die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und eine starke Motivation.

Das Gehirn ist nur in den ersten 10 Lebensjahren fähig, so lesen zu lernen, dass man es ohne Anstrengung beherrscht.

Niedersachsen im Vergleich

Der Anteil der Fünfzehnjährigen, deren Lesekompetenz unter oder auf der ersten Kompetenzstufe liegt, variiert zwischen den Ländern deutlich. Niedersachsen liegt unter dem Durchschnitt der OECD Länder und hat beim Lesen zum Teil problematisch niedrige Kompetenzwerte.